| Der Adlige
in seinem Verständnis als Ritter war in aller erster Linie ein
berittener Krieger. Sein gesellschaftlicher Status und seine Reputation
erklärten sich aus dieser Sonderstellung. Die Bewaffnung des Ritters
mit Lanze, Schwert
und Schild, die kostspielige
Rüstzeug
und seine primäre Verwendung als berittener Kämpfer unterstrichen zum
einen diese Exklusivität, während anderseits die hohen Kosten der
notwendigen Ausrüstung einen gewissen sozialen Rang bedingte. War
so in friedlichen Zeiten der Schutz durch Mauern und Wehranlagen genügend
garantiert, so erforderten kriegerische Auseinandersetzung den persönlichen
Einsatz des Mannes zur Bekämpfung eines Gegners.
Der
Ritter als Berufskrieger bedurfte zur Ausübung seines blutigen
Handwerks der Waffen, Trutzwaffen zur Schädigung oder
Vernichtung des Gegners und Schutzwaffen zur Erhaltung seiner Kampfkraft
und Kampffähigkeit. Das menschliche Maß seiner kämpferischen Möglichkeiten
erhöhte der Ritter beträchtlich durch den Sitz zu Pferd, der ihm größere
Geschwindigkeiten, einen erhöhten Stand und damit bessere Übersicht im
Kampfgeschehen sowie durch die große Masse in der Einheit Mann und Ross
vermehrte Wucht zu Schlag und Stoß verlieh.
Ziel
seiner Erziehung und Ausbildung musste daher die Beherrschung der Waffen
zu Angriff und Abwehr und die sichere Führung des Pferdes auch in
schwierigen Situationen sein. Voraussetzung für den Erfolg waren Körperkraft
und Gewandtheit, um unter der Belastung des schweren Panzers beweglich
und rasch zu reagieren. Der Stoß mit der Lanze musste sicher geführt,
der Schwertstreich des Gegners mit dem Schild oder mit dem
eigenen Schwert parieren und erwidert werden. Seine Trutzwaffen
waren das Schwert und die Lanze, später auch Dolch
und Kolben.
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