Herrengewandung
Die Herren trugen knielange Tuniken
mit Zierborten am Ärmelsaum. Die vorauszusetzenden Gürtel
werden durch einen Gewandbausch verdeckt, die eng anliegenden Beinlinge
sind unter dem Knie geschnürt, und die Mäntel
werden mit einer Scheibenfibel
geschlossen, über der rechten Schulter getragen. Stellvertretend für
die noble wie formal auch für die einfache Tracht der gesamten Epoche
kann durchaus die Darstellung Heinrich des Zänkers von ca. 995
im Regelbuch des Niedermünsters von Bamberg stehen. Der strenge Herr
ist äußerst farbenfroh in blauem Mantel, roter Tunika
und rotbraunen Beinlingen dargestellt, alles zudem noch sehr
reich bestickt.
Erst nach der Wende zum 12. Jh.
kam die Herrenmode in Bewegung. Während es auch zuvor bereits ab und zu
lange Herrengewänder
gab, wurden diese jetzt zum Regelfall. Im Unterschied zu früher
zeichneten sich die Gewänder durch zahlreiche Variationen im
Detail aus. Zwei frühe Beispiele dieses Modetrends sind einer
Handschrift der Weltchronik des Ekkehard von Aura von ca. 1130
entnommen. Die beiden Herren tragen über-knielange Überröcke, die mit
sehr breiten Borten verziert sind. Ähnlich wie bei den Damen sind auch
hier die Ärmel weiter. Darunter wird ein engeärmeliger Rock
getragen, der bis zu den Unterschenkel herabreicht. Er ist deutlich
weiter geschnitten als der Überrock. Der Mantel wird durch eine
quadratische Scheibenfibel auf der rechten Schulter verschlossen.
Ende des 12. Jh. trugen die Herren wadenlange Röcke, die auf der
Schulter und am Saum sehr breit gestickt ist (Kreuzschraffur).
Auch der mit einer Scheibenfibel versehener Mantel weist an unüblichen
Stellen eine breite Zierborte auf. Zudem ist der Mantel sehr viel
länger als früher. Beliebt scheinen Oberarmborten gewesen zu sein, da
sie oft dargestellt werden. Die Stifterfiguren im Naumburger Dom von
1240/50 sind unsere wichtigsten Quellen zur Herrengewandung des
13. Jh.. Im Gegensatz zu den Damen geben die Herren viel Detail ihrer Gewandung
preis, rund zehn Extravaganzen für Herren lassen sich nachweisen,
1.V-
Ausschnitt bei Überröcken und langen Ärmeln
2.ein
Gewand mit 3/4 Ärmeln. Die Goldverbrämung des Überrocks ist
zur Unterscheidung kreuzschraffiert.
3.Eine
weitere Variante ist ein Überrock mit Rundkragen und 3/4 Ärmel
4.ärmelloser
Überrock mit V-Ausschnitt
5.
Obergewand mit weitem Tütenärmel
6.
Geknöpfter Kragen und Ärmel
7.
Herrengewänder mit Stehkragen, kombinierbar mit Knopfreihen
8.Stehkragen
in Kombination mit Halbärmeln
9.Unter
den Achseln waren die Ärmel des Obergewands nicht angenäht, so das man
durch diesen Schlitz die Armen hindurch strecken
konnte - Scheinärmel -
10.
mantelartigen Oberrock mit Scheinärmel, dazu ein Federhut
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